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Wie erziehe ich meine Katze?

Man kann Katzen nicht erziehen? Das ist doch bekannt…

Stimmt nicht! Man kann es doch! Man muss nur wissen, wie. Allerdings glauben Sie nicht, dass eine Katze schlagartig Befehle ausführen wird, wenn sie ihr diese in militärischen Tonfall entgegen schleudern. So etwas bringt bei einer Katze gar nichts.

Entfernen Sie sich allerdings von dieser Art von Erziehung, offenbaren sich ihnen völlig neue Möglichkeiten.

Zuerst einmal sollten Sie wissen, WIE eine Katze überhaupt lernt. Katzen, wie überhaupt jedes Lebewesen, lernt ein Leben lang. Und dabei sind sie umso offener und anpassungsfähiger, je besser ihr Gehirn entwickelt ist und je mehr es gefordert wird.

Möglichst viele Erfahrungen und Sinnesreize in der frühen Jugend bilden die Basis für eine gute Gehirnentwicklung. Je mehr dieses System vernetzt ist, desto besser und flexibler läuft die Informationsverarbeitung im weiteren Leben ab.

Katzen lernen am Erfolg oder Misserfolg. Sie verknüpfen automatisch die Gegebenheiten, die zu diesem Erfolg bzw. Misserfolg geführt haben und Erfolgserlebnisse erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass ein Verhalten öfter wiederholt wird. Hierbei haben zufällige Belohnungen den besten Effekt.

Katzen lernen auch durch Zusehen und Nachahmen. Bei enger Bindung und entsprechender Motivation lernen viele Katzen, Schränke und Türen zu öffnen oder sogar auch das WC zu benutzen, indem sie ihr Herrchen oder Frauchen nachahmen.

Nutzen wir also diese enge Bindung!

Einer der Gründe, warum Katzen oft als unerziehbar gelten, ist mangelndes Wissen über ihre Motivationen. Motivierend für eine Katze ist, was sie als Erfolg, also als Belohnung, empfindet. Jede Katze ist käuflich! Sie müssen nur ihren Preis kennen! Einen selbstbelohnenden Effekt haben: fressen, trinken, schlafen, spielen, laufen, aber auch – weil befreiend – pinkeln. Nun gut, einen Klobesuch als Belohnung zu nutzen, scheidet wohl eher aus…

Auch soziale Kontakte und Sicherheitsgefüh können einen selbstbelohnenden Effekt haben. Aber im Gegensatz zu Hunden, die hierbei leichter zu motivieren sind, weil ihre soziale Sicherheit vorrangig aus dem hierarchischen Sozialgefüge in dem der Hund lebt entsteht (alles wird gemacht, was der Rudelführer sagt), ist es bei der Katze etwas komplizierter. Ihre Sicherheit entsteht nämlich aus einem stabilen Zeit-Raum-Gefüge und nicht aus einem straff organisierten Sozialgefüge.

Da Katzen nicht – wie Hunde – in stabilen Rangordnungsbeziehungen leben, zeigen sie auch nur wenig Tendenz, das zu machen, was ein anderer sagt. Aufgrund ihrer geringen Beutegröße (Mäuse, Insekten, Vögel u.a.) fällt gemeinsame Jagd und Reviererforschung flach und sie sind zwangsläufig Einzeljäger, wobei Beteiligungen anderer als störend empfunden werden.

Also bleibt in erster Linie die Belohnung mit Futter. Für ganz Verfressene kann sogar das Futter (hier besondere Leckerbissen wie roher Fisch) bestärkend wirken. Allerdings ist meistens Ihr Einfallsreichtum gefragt. Nicht die Größe der Belohnung, sondern die Schmackhaftigkeit und somit die Attraktivität ist entscheidend!

Bewährt haben sich: kleine Stückchen Käse, Hühnchen, Lachs, Shrimps, Oliven, Katzenminze… einfach mal ausprobieren, was Ihre Katze für absolut unwiderstehlich hält. Aber berücksichtigen Sie diese zusätzliche Kalorienzufuhr und reduzieren Sie die tägliche Futtermenge. Außerdem sollten natürlich der Katze nur Leckerbissen angeboten werden, die sie auch verträgt und keine Verdauungsstörungen verursacht (niemals z.B. Schweinefleisch oder Schokolade!)

Bei manchen Katzen wirkt aber auch kämmen oder bürsten oder eine lustige Spielrunde als Belohnung. Einfaches Kraulen hat allerdings meistens keinen herausragenden Belohnungseffekt, da eigentlich alle Katzen Streicheleinheiten bekommen, ohne sich dafür anstrengen zu müssen.

Aufmerksamkeit wird allerdings oft als Belohnung unterschätzt! Aufsehen zu erregen kann toll sein! Also kann jede Reaktion von Ihnen eine Belohnung sein – einschließlich drohen und schimpfen. (Leider nutzen nämlich viele Katzen auch oftmals Unsauberkeit, um Aufmerksamkeit zu bekommen.)

Okay, Belohnungen also, für etwas, was die Katze tun soll, was aber ist, wenn die Katze etwas NICHT tun soll?

Schlechte Erfahrungen und Angst führen dazu, dass gewisse Verhaltensweisen oder Lebwesen, die negativ verknüpft sind, gemieden werden. Im ungünstigsten Fall, der meistens eintritt, hat Ihre Katze nicht ihr momentanes Verhalten, sondern den Ort und Sie als Täter und Ursache mit dieser unangenehmen Erfahrung verknüpft. Also: sie tut weiterhin, was Sie nicht wollen, aber sie wird sich hüten, es noch einmal vor Ihren Augen zu machen.

Dumm gelaufen: Die Katze zeigt ein unerwünschtes Verhalten UND hat nun angst vor Ihnen. Mit einer Strafe können Sie Ihrer Katze zwar zeigen, was sie nicht tun soll, aber was soll sie stattdessen tun? Welche Alternativen gibt es also?

Bevor Sie also Ihre Katze bestrafen, prüfen Sie, was Sie an der Stelle des unerwünschten Verhaltens gerne hätten.

Stellen Sie sich einfach vor, sie kommen in eine Menschengruppe, die eine fremde Sprache spricht und deren Gebräuche auch noch ganz anders als die Ihren sind. Völlig egal, was Sie tun, es ist immer falsch und Sie werden bestraft. Sie können nichts richtig machen, weil Sie ja gar nicht wissen, was richtig ist.

Eine Katze ist einfach eine Katze und sie benimmt sich wie eine Katze. Sie will sie nicht absichtlich ärgern. Sie ist einzig und alleine nur auf ihren Erfolg bedacht – also, wie Sie eigentlich auch.

Strafe, wenn sie schon sein muss, ist demnach als Korrektur eines Verhaltens und nicht als Ablehnung gegen die Katze als Persönlichkeit gedacht.


Am sinnvollsten ist die unmittelbare und anonyme Korrektur

Die Katze kratzt an Stellen, an denen sie nicht kratzen soll?

Doppelseitiges Klebeband (z.B. Teppichklebebänder) an Orten angebracht, welche die Katze nicht betreten soll, wirkt hervorragend! Hiermit können Sie Ihre Möbel schützen (vergessen Sie aber nicht, ein katzengerechtes Angebot von Kratzstellen in Ihrem Haus einzurichten) oder auch die Arbeitsfläche in der Küche zur katzenfreien Zone erklären.

Sie können auch die Klebebänder auf einer Hartfaser- oder stabilen Kartonplatte anbringen und diese nach Bedarf entfernen oder wieder auflegen, wenn Sie die Fläche selber ab und an benutzen wollen, ohne kleben zu bleiben.

So sehr Alufolie in Form kleiner Kugel zum Spielen auch geschätzt wird, so wirkt sie doch äußerst abschreckend, wenn sie knisternd auf Oberflächen angebracht ist (jedenfalls bei den meisten Katzen - unser Kater Loki findet Alufolie toll...)

Auch plötzliche Geräusche von scheppernden Objekten, wie z.B. Dosen, machen großen Eindruck, wenn sie im Moment des Springens auf verbotene Oberflächen die Katze erschrecken.

Tipp für eine unpersönliche Falle: festen Karton oder dünne Holzplatte über den Rand vorstehen lassen und z.B. mit leeren Aludosen mit ein paar Münzen darin bestücken. Landet die Katze nun auf dieser Oberfläche, kippt der freie Rand der Platte weg und beschert der Katze einen riesigen Tumult. Aber bitte niemals schwere Dinge aufstellen oder gar Objekte, die Ihre Katze verletzen könnten! Es geht nur um eine unangenehme Schrecksituation und nicht um schmerzliche Erfahrungen!




Manchmal muss man allerdings persönlich und direkt auf ein bestimmtes Verhalten der Katze reagieren. Dann tun Sie das am besten so, dass Ihre Katze auch wirklich versteht, was gemeint ist, nämlich: Jetzt reicht´s, es ist Schluss! Dies gilt vor allem für junge Katzen, die noch unkontrolliert und grob im Spiel sind. Überprüfend Sie aber vorher, ob Sie nicht eventuell die ersten Signale der Distanzierung übersehen haben und ob Ihre Katze nicht schon beim nächsten Schritt ist, um Sie fernzuhalten. Denn dann haben Sie die Grenzen überschritten und Ihrer Katze reicht es. Sie jetzt zu bestrafen macht keinen Sinn.

Spielerischen Übermut und unkontrollierte Grobheiten, wie ins Gesicht kratzen oder gar beißen, maßregeln Sie am besten in dieser Reihenfolge: Laut schnaufend durch die Nase ausatmen und dann fauchen oder der Katze heftig ins Gesicht blasen. Zusätzlich noch einen drohenden Warnlaut abgeben und das Spiel sofort abbrechen. Nach einer kurzen Pause beginnen Sie das Spiel noch einmal von vorne und der kleine Grobian merkt, dass sich zartere Methoden positiv auf die Spieldauer mit Ihnen auswirken.

Der nächste Schritt sind Schlagandrohung und Ohrfeigen, wie sie auch von Katzen selbst praktiziert werden: den Zeigefinger heben und der Katze auf die Stirn legen, fauchen und vorwarnen. Reicht das noch nicht aus, mit dem Zeigefinger 2-3 mal ganz schnell auf die Stirn klopfen und das Spiel sofort abbrechen.

Eine mildere Möglichkeit ist ein Fingerschnipp an die Ohrmuschel. Befreundete Katzen beißen sich gerne ins Ohr, um dem anderen klar zu machen, dass sie jetzt gerade keine Lust auf intensivere Kontakte oder Nähe haben.

Eine weitere Möglichkeit ist eine Blumenspritze oder Wasserpistole. Sollten die beiden ersten Methoden nicht funktionieren, ist ein scharfer Wasserstrahl ins Gesicht der Katze oft heilsam. (Vorsicht, nicht in die Augen zielen!) Allerdings muss hier das Timing stimmen. Bedenken Sie, dass hier oft nur nach dem Zufallsprinzip korrigiert wird und Ihre Anwesenheit meistens mitverknüpft ist. Außerdem können Sie nicht die ganze Zeit mit einer Wasserpistole am Gürtel rumlaufen.

Am besten führen Sie ein sprachliches Signal ein: Nein! "NEIN" bedeutet: sofort mit dem jetzigen Verhalten aufhören! Allerdings enthält es keinerlei Informationen, was stattdessen zu tun ist. Nein ist erst wirksam, wenn es mit einer unangenehmen Erfahrung verknüpft ist – als Vorwarnung für unangenehme Folgen.

Nein kann je nach Situation mit dem Fingerschnipp ans Ohr, dem Anblasen oder der Blumenspritze verknüpft werden. So bekommt es keine generalisierte Bedeutung und wird nicht nur mit Ihrer unmittelbaren Nähe assoziiert. Verwenden Sie immer ein einheitliches Nein und schreien Sie nicht, denn Katzen hören sehr gut!

Gehen Sie mit Ihren Bestrafungen sparsam um! Jede negative Erfahrung verursacht auch in gewissem Maße Stress. Solange Ihre Katze einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Bestrafung, bzw. der Korrektur und ihrem Verhalten herstellen kann, steht es ihr frei, diese unangenehme Situation zu vermeiden. Kommen diese Bestrafungen aber häufig, unregelmäßig und unvorhersehbar, so dass Ihre Katze keine Erkenntnis daraus gewinnen kann, lebt sie in einem dauernden Stresszustand. Mal davon abgesehen, dass Dauerstress sich absolut nachteilig auf den Gesundheitszustand auswirkt, blockiert Stress auch das Lernvermögen!

Die beste und einfachste Korrektur ist Ignorieren. Jedes Lebwesen will angenehme Erfahrungen sammeln und alle seine Bestrebungen werden in diese Richtung gehen. Also bleibt uns zwischen angenehm und unangenehm noch der mittlere Bereich: kein Effekt. Keinen positiven Effekt zu erzielen wirkt ausreichend positiv, um sich auf lohnendere Dinge zu konzentrieren. Aber es wirkt nicht so negativ wie unangenehme Erfahrungen, die blockierend wirken können.

Also, wenn Sie eine Verhaltensweise nicht schätzen, ist der einfachste Weg, sie zu ignorieren. Gleichzeitig sollten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf das Verhalten richten, das Sie akzeptabel finden und dieses dann bestätigen. Zum Beispiel: Ihre felligen Mitbewohner sind der Meinung, unbedingt VOR Ihnen frühstücken zu wollen – und zwar noch bevor Sie überhaupt aufgestanden sind. Sie maunzen, schnurren, tatzeln nach Ihrer Hand, nur damit Sie sich endlich aus Ihrem Bett erheben. Wie bringen Sie nun aber Ihrer Katze bei, Ihre Morgenruhe zu akzeptieren? Also, Sie ignorieren alles, was Ihnen missfällt, auch wenn´s noch so schwerfällt. Sie denken darüber nach, was Ihre Katze stattdessen tun sollte: Genau z.B.: leise und ruhig sitzen. Warten Sie nun so lange, bis genau dies passiert – Ihre Katze hält einen kurzen Moment inne und Sie machen einen tiefen Atemzug (= Signal für die Katze) und stehen auf. Nun hat Ihr pelziger Mitbewohner gelernt, still sitzen kann erfolgversprechender sein, als zu drängeln. Nach einigen Wiederholungen wartet Ihre Katze immer öfter still auf den tiefen Atemzug. So können Sie sie länger in Ruhe warten lassen, bis Sie aufstehen. Vergessen Sie nicht, die Katze kann Ihre Gedanken lesen (s. Tierkommunikation). Man sollte also immer aufpassen, was man so sendet.


Schlagen Sie Ihre Katze nie! Prügeleien sind für Katzen untereinander ein ernster Kampfeinsatz. Hierbei geht es in der Regel um schmerzhafte Verletzungen. Ihre Katze wird sich mit allen Krallen und Zähnen wehren und Sie in Zukunft meiden!

Korrigieren Sie Ihre Katze auch nie, wenn sie gerade Angst hat. Möglicherweise reagiert sie darauf mit Aggression.



Ich habe eine ganze Reihe hilfreicher Bücher aufgelistet: Literaturliste (Quellen) und zusätzliche Buchempfehlungen und sollte alles nicht weiterhelfen, gibt es hier auch eine Reihe von lieben Menschen, die sich mit den diversesten Problemen unserer pelzigen Freunde und ihrer Menschen auskennen: Therapeutinnen


Besonders gute Bücher stammen von Christine Hauschild:

  • Katzenhaltung mit Köpfchen: Für ein rundum glückliches Katzenleben von Christine Hauschild (Taschenbuch - 9. Januar 2012)

  • Katzenzusammenführung mit Herz und Verstand von Christine Hauschild (Taschenbuch - 1. Juli 2014)
  • Stille Örtchen für Stubentiger: Unsauberkeit bei Katzen verstehen und Lösungen finden von Christine Hauschild von Books on Demand (Broschiert - 16. März 2009)

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